
Immer öfter höre oder lese ich, gerade von Solo- und Kleinstunternehmern, dass sie und ihr Angebot nicht wahrgenommen werden.
Dann sehe ich Werbung von Unternehmen die kundtun, dass dies behoben werden kann durch eine spezielle Webseite, durch Anrufe die bei Unternehmen getätigt werden (sog. Kaltakquise) u.v.a.
Es wird eine Webseite erstellt, Anrufe getätigt u.a. doch das Ergebnis ist wenig befriedigend.
Gehen Sie einmal von sich aus. Was veranlasst Sie - wenn der Inhalt und Umfang sowie der Preis gleich ist - dieses Angebot anzunehmen und nicht das andere. Sehr oft ist dies der Eindruck den
derjenige bei Ihnen hinterlässt der Ihnen das Angebot unterbreitet.
Das hängt zusammen mit seinem äußeren Erscheinungsbild, seiner Art zu sprechen, die Fähigkeit Ihnen zuzuhören, Ihnen Wertschätzung entgegenzubringen.
Und dies trifft für alle Arten der Kommunikation zu. Ob Sie nun dem anderen direkt gegenüberstehen, mit ihm telefonieren oder
im Schriftverkehr stehen.
Durch einen höflichen und gepflegten Umgang mit dem anderen im Geschäftsverkehr lässt sich manches erreichen und auch
unliebsame Situationen meistern. Gerade für Introvertierte kann das Beachten der Regeln, der Umgebung in denen sie sich befinden, Brücken bauen.
Ich möchte Ihnen hier einen kleinen Kompass in die Hand geben, der Ihnen in vielen Situationen den Weg zeigt, wie Sie
souverän den Umgang mit Kunden, Geschäftspartnern und Institutionen meistern und nach außen das Bild eines seriösen Unternehmers vermitteln der seinem Gegenüber mit Wertschätzung entgegentritt -
ohne sich zu verleugnen.
Inhaltsverzeichnis
Knigge - "Über den Umgang mit Menschen"
1. Der erste Eindruck zählt
2. Duzen oder Siezen
3. Begrüßung, Anrede und Vorstellen
4. Schriftverkehr (Brief, Formulare und der E-Knigge)
5. Kleidung - was ist wo passend
6. Missgeschicke und Peinlichkeiten
7. Geschenke, Gratualtionen, Bedanken u. ä.
8. Konfikte - wie agiere, wie sich zurückziehen
9. Die Sprache
10. Geschäftliche Treffen
11. Telefonate, Videokonferenzen
12. Small Talk
13. Interkulturell unterwegs
Knigge - "Über den Umgang mit Menschen"
Viele verbinden mit dem Namen Knigge eine Aufzählung von Benimmregeln. Wie sage ich guten Tag. Was ziehe ich an.
Welches Messer oder welche Gabel benutze ich für eine welche Speise, u. ä.
Doch dies ist nicht der Inhalt des Buches das Freiherr Knigge geschrieben hat. Das sagt schon sein Titel. Vielmehr zeigt er dort
auf wie der Einzelnen seinem Gegenüber freundlich und höflich entgegentritt, ihn mit seinem Verhalten nicht verletzt. Aber er gibt auch Hilfe für diejenigen die Gutes im Sinne haben doch
nicht über die Gabe verfügen sich in Szene zu setzen.
Lassen wir ihn selbst sprechen.
"Wir sehen die klügsten, verständigsten Menschen im gemeinen Leben Schritte tun,
wozu wir den Kopf schütteln müssen.
Wir sehen die feinsten theoretischen Menschenkenner das Opfer des gröbsten Betrugs werden.
Wir sehen die erfahrensten, geschicktesten Männer bei alltäglichen Vorfällen unzweckmäßige Mittel wählen, sehen, daß es Ihnen mißlingt, auf andre zu wirken, daß
sie, mit allem Übergewicht der Vernunft, dennoch oft von fremden Torheiten, Grillen und
von dem Eigensinne der Schwächeren abhängen, daß sie von schiefen Köpfen, die nicht
wert sind, ihre Schuhriemen aufzulösen, sich müssen regieren und mißhandeln lassen,
daß hingegen Schwächlinge und Unmündige an Geist Dinge durchsetzen, die der Weise kaum zu wünschen wagen darf.
Wir sehen manchen Redlichen fast allgemein verkannt.
Wir sehen die witzigsten, hellsten Köpfe in Gesellschaften, wo aller Augen auf sie
gerichtet waren und jedermann begierig auf jedes Wort lauerte, das aus ihrem Munde kommen würde, eine nicht vorteilhafte Rolle spielen, sehen, wie sie verstummen oder
lauter gemeine Dinge sagen, indes ein andrer äußerst leerer Mensch seine dreiundzwanzig
Begriffe die er hie und da aufgeschnappt hat, so durcheinander zu werfen und
aufzustutzen versteht, daß er Aufmerksamkeit erregt und selbst bei Männern von Kenntnissen für etwas gilt. ...
Alle diese Bemerkungen scheinen uns zu sagen, daß die gelehrtesten Männer, wenn
nicht zuweilen die untüchtigsten zu allen Weltgeschäften, doch wenigstens unglücklich genug sind, durch den Mangel einer gewissen Gewandtheit zurückgesetzt zu bleiben,
und daß die Geistreichsten, von der Natur mit allen innern und äußern Vorzügen beschenkt, oft am wenigsten zu gefallen, zu glänzen verstehen.
..., meine Bemerkung trifft Personen, die wahrlich allen guten Willen und treue Rechtschaffenheit mit mannigfaltigen, recht vorzüglichen Eigenschaften und dem eifrigen Bestreben, in der Welt
fortzukommen, eigenes und fremdes Glück zu bauen, verbinden,
und die dennoch mit diesem allen verkannt, übersehn werden, zu gar nichts gelangen.
Woher kommt das? Was ist es, das diesen fehlt und andere haben, die, bei dem Mangel wahrer Vorzüge, alle Stufen menschlicher, irdischer Glückseligkeit ersteigen? - Was die Franzosen den
esprit de conduite nennen, das fehlt jenen: die Kunst des Umgangs mit Menschen - eine Kunst, die oft der schwache Kopf, ohne darauf zu studieren, viel besser erlauert als der verständige,
weise, witzreiche; die Kunst, sich bemerkbar, geltend,
geachtet zu machen, ohne beneidet zu werden; sich nach den Temperamenten, Einsichten und Neigungen der Menschen zu richten, ohne falsch zu sein; sich ungezwungen in den
Ton jeder Gesellschaft stimmen zu können, ohne weder Eigentümlichkeit des Charakters
zu verlieren, noch sich zu niedriger Schmeichelei herabzulassen. Der, welchen nicht die
Natur schon mit dieser glücklichen Anlage hat geboren werden lassen, erwerbe sich
Studium der Menschen, eine gewisse Geschmeidigkeit, Geselligkeit, Nachgiebigkeit,
Duldung, zu rechter Zeit Verleugnung, Gewalt über heftige Leidenschaften, Wachsamkeit
auf sich selber und Heiterkeit des immer gleich gestimmten Gemüts; und er wird sich jene Kunst zu eigen machen; doch hüte man sich, dieselbe zu verwechseln mit der schändlichen, niedrigen
Gefälligkeit des verworfenen Sklaven, der sich von jedem mißbrauchen läßt,
sich jedem preisgibt; um eine Mahlzeit zu gewinne, dem Schurken huldigt, und um eine Bedienung zu erhalten, zum Unrechte schwiegt, zum Betrug die Hände bietet und die Dummheit
vergöttert."
1. Der erste Eindruck zählt
Sicher kennen Sie diese Situation. Ein potentieller Kunde, mit dem Sie vorher noch nie Konktakt hatten betritt ihr
Geschäft/ihr Büro oder schriebt Ihnen einen Brief oder eine
E-Mail oder setzt sich über einen Videochat mit Ihnen in
Verbindung.
Für den ersten Eindruck den Sie von dieser Person erhalten bedarf es nur ca. 150 Millisekunden; wie auch umgekehrt.
Und wenn sich diese Person nicht verstellt, dann stimmt dieser Eindruck meist mit der Realität überein.
Dies betrifft nicht nur natürliche Personen, sondern auch juristische. Denn, z. B., eine GmbH oder eine andere Gesellschaft,
wird durch eine natürliche Person vertreten - also sichtbar - bzw. formuliert einen Brief oder eine E-Mail.
Dieser erste Eindruck wird stark geprägt von einer Erwartungshaltung die wir haben. Von einem Tischler, den Sie in seiner Werkstatt aufsuchen, würden Sie
überrascht sein, wenn dieser Ihnen in einem Anzug entgegentritt. Umgekehrt, erwarten Sie nicht, dass dieser Tischler bei einem Gespräch mit seiner Bank - im Zusammenhang mit der Gewährung eines
Darlehens - in einer staubigen und mit Kleber beklecksten Latzhose erscheint.
Eine solche Erwartungshaltung gilt nicht nur für das äußere Erscheinungsbild sondern auch für die Stimme und die
Tonlage,
als auch für die Gestik und Mimik.
Es wurde festgestellt, dass der erste Eindruck zu 55 % geprägt wird durch das äußere Erscheinungsbild, zu 38 % durch die
Stimme, Tonlage, Gestik und Mimik und nur zu 7 % durch den eigentlich vermittelten
Inhalt.
Ähnlich stellt es sich auch im Schriftlichen dar. Zuerst fällt der Blick auf das gesamte Schriftstück. Hat es ein gewohntes Bild, also finde ich alle
Informationen dort wo ich sie gewohnt bin zu finden? Wie ist die Farbgebung - sofern Farbe verwendet wird -. "Schreit" mich etwas an oder ist es ruhig und
sachlich gehalten? Wird mir das Anliegen sofort mitgeteilt oder nicht?
Dann, beim ersten überfliegen, wie sieht es mit der Rechtschreibung, der Grammatik und dem Ausdruck aus? Stimmt hier etwas nicht, dann landen solche Schreiben schnell im Papierkorb oder werden
mit einem Standardschreiben negativ beantwortet.
Warum?
Wenn bei einem Schriftstück, dass an einen noch Unbekannten geschickt wird - mit dem Gedanken an eine
Geschäftsbeziehung - nicht mit Sorgfalt gearbeitet wird (obwohl die Zeit dafür vorhanden ist), dann können Sie davon ausgehen, dass dieses Manko auch in einer
Zusammenarbeit immer wieder zu Tage treten wird.
Daher ist es wichtig im Vorfeld immer zu überlegen:
- Wem begegne ich?
- Welche Erwartungshaltung hat derjenige an mich?
- Wie reagiere ich in welcher Situation, um das Image meines Unternehmens nicht zu schädigen?
Letzlich; der erste Eindruck entscheidet, ob Ihnen wirklich zugehört wird (auch schriftlich) oder ob Sie in einer imaginären Schublade landen und Ihnen lediglich
mit Floskeln begegnet wird.
2. Duzen oder Siezen
Viele sind sich beim ersten Kontakt - egal ob vis-a-vis oder schriftlich - unsicher ob ein "Sie" oder ein "Du" angebracht ist.
Das "Sie" drückt Respekt und Distanz aus. Das "Du" wirkt eher vertraulich.
In vielen Branchen hat sich das "Du" etabliert. Das betrifft vor allem die Kommunikation im Internet; so, z. B., in Newslettern oder auch schon auf der firmeneigenen Webseite.
Doch Sie sollten beachten, dass Sie das Gegenüber bei einem ersten Kontakt nicht kennen. Sie wissen nicht, wie derjenige reagiert. Deshalb lassen Sie
Taktgefühl walten und bleiben Sie bei dem Erstkontakt beim "Sie".
Wer bietet das "Du" an?
Hier sollten Sie sich zuerst einmal auf den althergebrachten Grundsatz stützen, dass der Ältere dem Jüngeren das "Du" anbietet.
Dann aber sollten Sie das Verhältnis in dem Sie sich befinden genauer betrachten. D. h., handelt es sich um eine Beziehung in der Sie einen Anbieter ansprechen (im B2B), dann
sollten Sie zunächst beim "Sie" bleiben, auch wenn Sie älter als derjenige sind, der Ihnen ein Angebot macht.
Auch im umgekehrten Fall, also Sie sind der Anbieter und der andere der Kunde, ist ein "Sie" in jedem Fall angebracht. Es drückt Respekt gegenüber dem
Angesprochenen aus. Und schließlich, Sie möchten Gehör bei dem Kunden finden - und nicht gleich aussortiert werden.
Wenn es sich um die Beziehung zu einer Institution handelt - dort immer "Sie". Ein "Du" wird hier wohl immer als unangebracht gewertet und ihrem Anliegen nicht
dienlich sein.
FAZIT:
Wenn Sie nicht hundertprozentig sicher sind, dass ein "Du" - auch bei
einem
Erstkontakt - angebracht ist, dann hier immer Siezen.
Im Laufe einer Geschäftsbeziehung kann ein "Sie" zu einem höflichen "Du"
werden,
doch dies braucht seine Zeit. Da ein "Sie" auch eine gewisse Distanz ward kann
ein nicht gestattetest "Du" als ein Übergriff verstanden werden und die Beziehung trüben.
Kann ich das "Du" ablehnen?
Ja! Sollte Ihnen das "Du" angeboten werden und Sie sich dabei nicht wohlfühlen, dann können Sie dies selbstverständlich auch
ablehnen.
Dies kann der Fall sein, wenn Sie zwar die bestehende Beziehung aus geschäftlicher Sicht schätzen doch Ihnen die Nähe zu
der Person, die damit in Zusammenhang steht, nicht angenehm ist. Oder Sie sind Gründer und sich noch unsicher im Umgang mit
Geschäftspartnern - eine gewisse Distanz gibt Ihnen die Sicherheit die Sie brauchen.
Doch wie können Sie in einem solchen Fall antworten?
- Direkt, aber freundlich: "Vielen Dank für ihr Angebot, aber ich würde gerne beim Sie bleiben."
- Mit einem persönlichen Grund: "Ich hoffe, es ist Ihnen nicht unangenehm, wenn wir beim Sie bleiben? Ich halte im geschäflichen Kontext gerne eine gewisse Distanz."
- Verweis auf die Gewohnheit: "In meinem geschäftlichen Umfeld hat es sich das Sie bewährt - ich würde es daher gerne beibehalten."
- Unverbindlich: "Danke für das Angebot aber im Moment fühle ich mich mit dem Sie wohler."
- Verbunden mit einem Kompliment: "Ich freue mich sehr über ihr Angebot. Könnten wir dennoch beim Sie bleiben? Im Moment ist es angenehmer für mich." Oder: " Ich schätze ihr Angebot aber ich trenne gerne privates und geschäftliches."
- Eventuell in der Zukunft: "Dankeschön, vielleicht ergibt sich das Du zu einem späteren Zeitpunkt, im Moment möchte ich lieber beim Sie bleiben."
- Humorvoll: "Oh, ich bin da altmodisch, ich brauche noch etwas bis ich soweit bin."
3. Begrüßung, Anrede und Vorstellen
Folgende Situation:
Sie werden zu einem Gespräch gebeten. Sie sollen ihr Angebot vorstellen.
Sie betreten den Raum, in dem sich bereits ihr oder ihre Gesprächspartner befindet/befinden.
Wie begrüßen Sie diese?
Sollte Ihnen jemand mit einer ausgestreckten Hand entgegenkommen, dann wäre es sehr unhöflich diese auszuschlagen. Geschieht dies nicht - derjenige erhebt sich
vielleicht von seinem Stuhl oder er steht im Raum und wendet sich Ihnen zu - dann halten Sie direkten Blickkontakt, lächeln ihn an,
sagen "Guten Tag" und stellen sich kurz vor.
Sollte Ihnen im Vorfeld bekannt sein, wer sich im Raum befindet - bei lediglich einer Person - (dies kann geschehen durch den Empfang, welcher Ihnen mitteilt, dass Sie Frau oder
Herr XY erwartet) dann betreten Sie den Raum mit einem "Guten Tag, Frau oder Herr XY. Dies wirkt persönlich, höflich und aufmerksam.
Wenn Sie den Namen der Person auf die Sie treffen nicht kennen, dann bitten Sie um diesen. Das kann geschehen mit den Formulierungen:
- "Ich glaube wir wurden uns noch nicht vorgestellt, mein Name ist ... und ihr Name?"
- "Ich kenne ihren Namen noch nicht, wie darf ich Sie ansprechen?"
- "Mein Name ist ..., wir haben uns, glaube ich, noch nicht kennengelernt?"
Titel - was ist korrekt?
Sollten Sie mit jemandem im Geschäftsleben zu tun haben, der über einen Doktor- oder Professorentitel verfügt, dann ist dieser Bestandteil der Anrede. Aber es wird immer
nur der höchste Titel genannt. Dies trifft nicht nur in der Anrede vis-à-vis zu, sondern selbstverständlich auch im Schriftverkehr.
Den Titel dürfen Sie weglassen, wenn Ihnen der Titelträger dies anbietet.
Das Adelsprädikat "von" vor dem Namen wird ausgesprochen, denn es ist Namesbestandteil.
Wie stelle ich mich selbst vor?
In welcher Form und wie Sie sich selbst vorstellen, das hängt vom jeweiligen Anlass ab.
Kommen wir zu unserem Beispiel zurück. Sie betreten den Empfangsbereich eines Unternehmens. Hier reicht es zu sagen: "Guten Tag, ich bin Frau oder
Herr XY."
Aus meiner Sicht besser: "Guten Tag, mein Name ist Frau oder Herr XY."
Bei schwierigen Nachnamen hat sich die James-Bond-Variante bewährt:
"Guten Tag, mein Name ist Frau oder Herr XY, Vorname und XY."
So wiederholen Sie ihren Nachnamen und geben dem Gegenüber Gelegenheit diesen konzentriert aufzunehmen. Es erspart
dem Anderen einen möglichen Fauxpas, wenn er diesen im folgenden Gespräch falsch ausspricht.
Titel sollten Sie bei der Selbstvorstellung weglassen, da die Vorstellung der ersten Kontaktaufnahme dient, könnte eine Nennung ihres Titels von dem
Gegenüber fehlinterpretiert werden.
Dieses Weglassen des Titels sollte auch bei ihrer Selbstvorstellung ihrem eigentlichen Gesprächspartner gegenüber - also nach dem Empfang - beibehalten werden.
Sollte ihre Stellung in ihrem Unternehmen ihrem Gegenüber unbekannt sein, dann ist eine Information darüber ein guter Einstieg in ein Gespräch.
So, z. B.,
"Mein Name ist Frau oder Herr XY, ich bin die Geschäftsführerin/der Geschäftsführer der Firma Z." oder "Mein Name ist Frau oder Herr XY, ich vertrete die Geschäftsführung der Firma Z."
Kontär
Stehen Sie auf der anderen Seite und jemand stellt sich Ihnen vor, dann erwidern Sie dies indem Sie sich ebenfalls selbst
vorstellen. Halten Sie dabei Blickkontakt, ein freundlichens Lächeln ist ebenfalls angebracht (auch wenn der Anlass des Treffens eventuell nicht angenehm ist; Sie entlasten so
die Atmosphäre).
Ein "Es freut mich, dass wir uns kennenlernen" ist höflich, respektvoll und erzeugt ein angenehmes
Gesprächsumfeld.
Wie stelle ich andere vor?
Wieder unsere Situation. Nur, dass Sie diesmal derjenige sind der eingeladen hat.
Hier gilt immer Ankommende werden Anwesenden vorgestellt. Titel werden genannt (also informieren Sie sich im Vorfeld darüber, wer zu Ihnen kommt - am besten,
sofern ein Empfangsbereich existiert, geben Sie dort Anweisung Ihnen das Kommen der Personen anzuzeigen und deren Namen - inkl. eventueller Titel).
Die rangniedrige Person wird der ranghöheren Person vorgestellt. Beide Gesprächspartner werden einander vorgestellt.
Doch als Solo- oder Kleinstunternehmer können Sie sich merken, Kunden und Geschäftspartner sind immer die ranghöheren
Personen. Egal ob jemand in ihrem Unternehmen, der an dem Gespräch teilnimmt, z. B., den Rang des Geschäftsführers hat und Sie bekleiden hier die Funktion des
Gesprächsführers. Z. B., wenn Sie als Berater für ein Unternehmen tätig sind und Sie die Aufnahme eines Gesprächskontakts begleiten.
Die Vorstellung würde hier, z. B., so lauten:
"Herr XY, darf ich Ihnen Frau AB die Geschäftsführerin der Firma Z vorstellen? Frau AB, das ist Herr XY,
Inhaber der Firma B:"
Und vergessen Sie nicht das freundlichen Lächeln.
4. Schriftverkehr (Brief, Formular und der E-Knigge)
Der Geschäftsbrief
Dieser ist die Vistenkarte ihres Unternehmens. Daher muss er sorgfältig erstellt werden.
Das auf Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck geachtet werden muss, steht außer Frage. Stellen Sie sicher, dass
Missverständnisse vermieden werden und Sie immer den Anlass entsprechend formulieren.
Die DIN 5008 sollte Ihnen ein Begriff sein, denn diese ist der Mindeststandard für einen Geschäftsbrief. Halten Sie diese nicht ein, suggerieren Sie dem
Adressaten, dass dieser nur einer von vielen ist, er es also nicht wert ist, dass er einen Brief erhält, der den Mindeststandards, die im Geschäftsleben
üblich sind, entpricht.
I. d. R., wird ein solcher Brief den Adressaten nicht erreichen (da er vom Sekretariat - auf Anweisung - aussortiert wird, bzw, - bei Solounternehmern -
ungelesen im Papierkorb landet).
Was ist alles ein Geschäftbrief?
Alle Briefe die Sie an Dritte übersenden, Also:
- ein Angebot,
- eine Zahlungserinnerung,
- eine Mahnung,
- eine Anfrage,
- ein Auftrag oder eine Bestellung,
- ein Lieferschein,
- eine Rechnung,
- ein Zwischenbescheid,
- eine Reklamation,
- oder eine Gratualtion zum Betriebsjubiläum
- jeglicher Schriftverkehr mit Instiutionen (Ämter, Banken u. ä.)
Der Betreff
Dieser sollte immer kurz und prägnant auf den Inhalt des Briefes hinweisen. Das gilt inbesondere für Insitutionen. Geben
Sie - falls es bereits Schriftverkehr gegeben hat - den Bezug auf den jeweiligen Sachverhalt an - also, z. B., ein Aktenzeichen oder das Datum eines Ihnen vorliegenden Schreibens
auf das Sie Bezug nehmen.
So erleichtern Sie dem Adressaten die Einordnung des Vorgangs und Sie ermöglichen eine schnelle Bearbeitung ihres Anliegens.
Die Anrede
Sollte Ihnen der Adressat mit Namen bekannt sein, dann verwenden Sie diesen (beachten Sie einen vorhandenen Titel zu erwähnen).
Ansonsten ist eine neutrale und höfliche Anrede angebracht.
So, z.B., "Sehr geehrte Damen und Herren,".
Falls Sie sich schon länger kennen, können Sie auch das vertraulichere "Hallo Frau oder Herr XY" verwenden.
Der Text
Achten Sie auf eine übersichtliche und nachvollziehbare Gestaltung. Arbeiten Sie mit Absätzen und gehen Sie in einer
logischen Reihenfolge vor. Für den Adressaten ist es schwierig einen Text zu lesen, wo der Verfasser in der Darstellung des Sachverhalts hin- und
herspringt. Dies kann zu Missverständnissen führen und den Geschäftsvorgang zeitlich verlängern oder aber dazu führen (bei einem Erstkontakt), dass Sie
kein Gehör finden.
Formulieren Sie den Einleitungssatz positiv. So, z. B.:
- Vielen Dank für das freundliche Gespräch ....
- Gerne übersende ich Ihnen ...
- Vielen Dank für das freundlichen Telefonat ...
- Gerne nehme ich ihr Angebot an ...
Vermeiden Sie Sätze die mit "ich" oder "wir" beginnen. In der Kommunikation, also auch in der schriftlichen, gilt der Grundsatz der
Bescheidenheit. Daher sollte das "ich" soweit wie möglich vermieden werden und gehört auf gar keinen Fall in den Einleitungssatz. Für das "wir" trifft dies
genauso zu, da dieses "wir" bezogen ist auf ihre Firma bzw. ihr Team. Es ersetzt also das "ich".
Auch sollte das Verwenden von Fachbegriffen und Anglizismen vermieden werden, wenn der Adressat nicht aus der Branche kommt oder diese, im vorliegenden
Zusammenhang, nicht notwendig sind.
Der Adressat möchte ihr Anliegen in einem Durchlesen verstehen und nicht genötigt sein Begriffe erst noch recherchieren zu müssen.
Ganz unangebracht ist es, wenn Sie sich selbst nicht 100%-ig sicher sind, ob die Verwendung eines Fachbegriffs oder eines Anglizismus korrekt
ist. Sollte der Adressat Kenntnis über die korrekte Bedeutung dieses Begriffs haben und Sie haben diesen falsch angewandt, kann sich dies negativ auf ihr Anliegen
auswirken.
Der Ausdruck
Seien Sie stets freundlich, sachlich und prägnant. Auch wenn es schwer fällt. Z. B., bei Mahnungen oder Reklamationen, welche
eventuell von dem Verfasser sehr unhöflich oder gar beleidigend formuliert wurden.
Wenn Sie in der gleichen Art und Weise antworten, wird das der Klärung des Sachverhalts in keiner Weise dienlich sein und Sie begeben sich auf das
gleiche Niveau wie der Absender.
Sollte aus dem Schriftwechsel ein Rechtsstreit entstehen, dann kann der geführte Schriftverkehr Beweismittel werden. Sieht das Gericht, dass Sie hier ruhig und sachlich geblieben
sind, dann wirft dies ein positives Licht auf Sie.
Vermeiden Sie also Wörter in Großbuchstaben zu schreiben oder etliche Ausrufezeichen hinter einem Satz zu setzen oder Formulierungen zu nutzen
die Ihnen ihre gute Erziehung eigentlich versagt zu verwenden.
Denken Sie immer daran, es ist ihr Unternehmen, das hier nach außen in Erscheinung tritt nicht Sie als Privatperson.
Die Abschiedsformel
Diese sollte auch eine Aufforderung beinhalten, die es dem Adressaten ermöglicht bei Nachfragen sich direkt an Sie zu
wenden.
Z. B.:
- Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. oder
- Sollten Sie Rückfragen haben, können Sie mich gerne kontaktieren.
In der eigentlichen Abscheidsformel sollten Sie ihr Verhältnis zum Adressaten wiederspiegeln. Wenn Sie keine längere Geschäftsbeziehung haben oder diese
formell ist, können Sie mit dem - "Mit freundlichen Grüßen" - nichts falsch machen.
Diese Formel sollten Sie auch immer im Schriftverkehr mit Institutionen verwenden.
Ansonsten kann es auch - "Beste Grüße", "Herzliche Grüßen" o. ä. sein.
Ihr Name und ihre Position in ihrem Unternehmen sollten sich unter der Abschiedsformel befinden, denn zum einen kann eventuell ihre
Unterschrift nicht entziffert werden und zum anderen geben Sie hier die Information, wer sich konkret an den Adressaten wendet.
Denn, wenn Sie als Kleinstunternehmer, eine Brief durch ihre Geschäftsassistenz an ein Unternehmen schreiben lassen, wird dieser auch nur bei
der dortigen Geschäftsassistenz landen. Schreibt hingegen der Geschäftsführer eines Unternehmens, wird der Brief dann auch - entsprechend der Hierachie - an den dortigen
Geschäftsführer weitergeleitet.
Formulare
Auch hier sollten Sie einiges beachten.
Oft können Sie Formulare schon am Computer ausfüllen. Dann achten Sie darauf dies auch korrekt zu tun. Behörden prüfen immer zunächst darauf ob
sie überhaupt zuständig sind und falls ja, ob eventuell etwas in dem Formular nicht korrekt ausgefüllt ist. Dann wird Ihnen dieses zurückgeschickt und der
Vorgang nicht registriert.
Was bedeutet das?
Stellen Sie, z. B., eine Antrag der an eine Frist gebunden ist und zu dem Antrag müssen auch noch etliche Dokumente eingereicht werden, welche Sie
aber gerade nicht vorrätig haben, dann können Sie oft zumindestens schon das Antragsformular einreichen und damit die Frist wahren.
Wenn Sie hier keine korrekten Angaben machen, dann ist dieser Antrag dort nicht eingegangen - oder er ist eingegangen aber ihre
nachgereichten Dokumente können nicht zugeordnet werden (da die Angaben dort nicht mit denen im Formular übereinstimmen) und Sie verwirken eine Frist zur
Nachreichung der Dokumente.
Es kommt leider auch vor, dass Formulare nicht vollständig am Computer ausgefüllt werden können. Besonders trifft dies auf die öffentliche Verwaltung zu. Hier sollten Sie darauf
achten, das Formular in einer deutlichen Schrift - also leserlich - auszufüllen. Denn wenn der Bearbeiter ihres Vorgangs zusätzlich Zeit
investieren muss, um den Inhalt des Formulars zu entziffern, zeugt dies nicht von Respekt ihrerseits vor seiner Arbeit.
Abgesehen davon, dass es dadurch zu Fehlern oder Verzögerungen bei der Bearbeitung ihres Anliegens kommt - Sie sich also ins eigene Fleisch schneiden.
TIPP:
Wenn zur Stellung eines Antrags ein Formular nötig ist, dann fügen Sie diesem ein
kurzes Anschreiben bei. Vielleicht diesen Inhalts:
Sehr geehrte Damen und Herren,
in der Anlage übersende ich Ihnen das für meinen Antrag nötige Formular,
nebst den erforderlichen Unterlagen.
Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
...
Fügen Sie ihrer postalischen Adresse ihre E-Mail-Adresse hinzu (falls nicht bereits
auf ihrem Briefpapier vermerkt), so ermöglichen Sie dem zuständigen Bearbeiter
sich auf kurzem Weg mit Ihnen in Verbindung zu setzen.
Ein solches Anschreiben ist einfach eine höfliche Geste. Sie werfen dem Bearbeiter,
im übertragenen Sinne, nicht einfach den Vorgang auf den Tisch.
Der E-Knigge
Was im klassischen Schriftverkehr gilt, ist auch im Schriftverkehr per E-Mail, SMS o. ä., anzuwenden.
Wann verschicken Sie auch Kopien?
Wenn Sie einen CC verwenden, wird in dem geführten Schriftverkehr immer jemand
Dritter (oder mehrere) mit eingebunden.
Dies kann notwendig sein; z. B., wenn Sie einem Kunden eine Auftragsbestätigung übersenden und diese gleichzeitig an ihren
Vertrieb schicken. In diesem Fall ist dies eine automatische Anweisung an den Vertrieb die bestellte Ware auszuliefern und für den Kunden ein Hinweis darauf, dass eine solche Anweisung erteilt
wurde.
In anderen Fällen kann aber auch der Eindruck erweckt werden, dass Sie als Versender, eine dritte Person als Zeugen für den geführten
Schriftverkehr hinzuziehen. Dies ist nicht vertrauensbildend und kann eine negative Atmosphäre schaffen die der Geschäftsbeziehung nicht dienlich ist.
Also überlegen Sie genau ob Sie einen CC verwenden.
Der Betreff
Gerade im E-Mail Verkehr ist dieser sehr wichtig. Denn leider läuft unser elektronisches Postfach immer mehr über. Der Posteingang
wird daher automatisch "gescannt" auf wichtige oder interessante Mitteilungen. Alles andere wird nicht beachtet oder landet automatisch
im Papierkorb.
Und das nicht ohne Grund. Denn zunehmend werden auch E-Mails versandt, bei derem bloßen Öffnen Viren oder andere Schadsoftware Eingang in ihren Computer oder das EDV-System ihres
Unternehmens finden.
Wenn Sie möchten, dass - besonders wenn es sich um einen Erstkontakt handelt - ihre E-Mail gelesen wird, dann verfassen Sie einen Betreff, der kurz,
prägnant und interessant ist. Und verwenden Sie auf gar keine Fall Fachbegriffe die nur in ihrer Branche üblich sind aber nicht in der des Adressaten.
Ich persönlich erlebe es immer wieder, dass ich E-Mails erhalte, die irgendwelche Abkürzungen enthalten oder schlimmer noch, den Namen des Absenders wiederholen. Diese landen -
ungeöffnet - im Papierkorb.
Die Anrede, die Abschiedsformel
Auch hier gelten die gleichen Regeln wie beim klassischen Brief. Einzige Ausnahme; da hier kein Briefkopf mit den Informationen zum Unternehmen vorhanden ist, werden die Kontaktdaten unter die Signatur gesetzt.
Der Text
Auch wenn die E-Mail oft den klassischen Brief ersetzt, sollte diese nicht übermäßig lang sein, da das Lesen am Computer oder auf dem Smartphone
ermüdend ist und der Leser sich nicht ausreichend konzentrieren kann.
Untergliedern Sie auch den Text, das erleichtert das Lesen.
Sollte der Sachverhalt längeren Ausführungen bedürfen, dann ist zu empfehlen, diese als Anhang - hier gerne in Briefform - der
E-Mail beizufügen.
Ansonsten gilt dasselbe wie bei dem klassischen Brief. Und unterlassen Sie im geschäftlichen Verkehr Abkürzungen wie "LG" oder "lol" oder das Setzen von Emojis. Dies sollten Sie
auf ihren privaten Schriftverkehr beschränken.
Allgemeines
Für bestimmte Vorgänge die immer wieder auftreten, legen Sie sich Vorlagen an. Bei Angeboten, Auftragsbestätigungen, Lieferscheinen
o. ä. bieten die entsprechenden Softwarehersteller diese bereits mit an.
Übernehmen Sie diese aber nicht einfach, sondern lassen Sie ihre Vorlagen noch durch einen Rechtsanwalt prüfen. Gerade
bei Kostenvoranschlägen und Angeboten ist dies sehr
wichtig.
Bei allen anderen Geschäftsbriefen, lassen Sie sie noch einmal ruhen. Lesen Sie sich Briefe später noch einmal durch. Überprüfen Sie dabei nicht
nur die Rechtschreibung, Grammatik und den Ausdruck, sondern auch, ob ein roter Faden im Brief vorhanden ist, ob er sachlich und ruhig formuliert ist. Dies
betrifft besonders Briefe die im Zusammenhang mit einer Auseinandersetzung geschrieben werden.
Sind Sie Solounternehmer, dann trifft dies besonders auf Sie zu. Denn Sie haben niemanden der ein Schreiben, wie o. g., nochmals überprüfen kann. Lassen Sie also
das Schreiben noch einen Tag ruhen. Es kann sein, dass Ihnen dann die eine oder andere Formulierung so nicht mehr zusagt.
Dies trifft erst recht auf E-Mails zu. Die Sendetaste ist schnell gedrückt.
TIPP:
Gerade im Schriftverkehr mit Behörden; wünschen Sie am Ende des Briefes oder
der E-Mail dem Adressaten noch einen angenehmen Tag. Das hört sich für Sie
eventuell etwas befremdlich an.
Doch versetzen Sie sich in folgende Situation:
Sie sind Angestellter einer Behörde, Sie bekommen Anrufe oder E-Mails von
Menschen die sich beschwerden über lange Bearbeitungszeiten oder die
Entscheidung die Sie getroffen haben. Und dann erreicht Sie ein Brief (z. B., der
Begleitbrief zu einem Formular) oder eine E-Mail in der am Schluss geschrieben
steht:
"Ich bedanke mich im Voraus für ihre Antwort und wünsche Ihne noch
einen angenehmen Tag."
Sie freuen sich darüber. Nach all dem Frust ein freundliches Wort; und Sie ziehen
diesen Vorgang vor.
5. Kleidung
"... Also nur noch etwas über die Kleidung. Kleide Dich
nicht unter und nicht über Deinen Stand; nicht über und
nicht unter Dein Vermögen; nicht phantastisch; nicht bunt; nicht ohne Not prächtig, glänzend noch kostbar; aber
reinlich, geschmackvoll, und wo Du Aufwand machen
mußt, da sei Dein Aufwand zugleich solide und schön. Zeichne Dich weder durch altväterische, noch jede neumodische Torheit nachahmende Kleidung aus. Wende eigene größere Aufmerksamkeit auf Deinen Anzug, wenn
Du in der großen Welt erscheinen willst. Man ist in Gesellschaft verstimmt, sobald man sich bewußt ist, in
einer unangenehmen Ausstaffierung aufzutreten."
Freiherr Knigge
Kleidung ist ein Ausdruck unserer Persönlichkeit. Als Solo- oder Kleinstunternehmer treffen Sie damit automatisch eine
Aussage zu ihrem Unternehmen. Auch wenn Sie in Arbeitskleidung jemanden gegenübertreten, können Sie einen seriösen
Eindruck hinterlassen.
Wenn Sie als Kunde in eine Autowerkstatt kommen, werden Sie nicht auf die Idee kommen, dass Ihnen der Mechaniker im Anzug und Krawatte entgegen tritt. Doch Sie werden es als
angenehm empfinden, wenn er bei dem Gespräch mit Ihnen eine Arbeitskittel über eine vielleicht stark verschmutzten Latzhose trägt.
In vielen Branchen in denen sich Solo- und Kleinstunternehmer bewegen, ist ehre der Causal Look angesagt. Egal ob im Büro
selbst oder bei Besuchen bei Kunden. Dies trifft auch auf Kundenbesuche von Handwerkern außerhalb ihrer Unternehmens zu.
Es ist eine Mischung zwischen zwanglos und leger aber gleichzeitig ordentlich mit einer gewissen Eleganz verbunden.
Dazu gehören:
- Röcke,
- Stoffhosen auch Jeans (wenn eher dunkel und nicht in dem Look "oft getragen"),
- gebügeltes T-Shirt,
- Bluse,
- Hemd,
- fein gestrickter Pullover, aber auch
- Kleider.
Die Farben sollten Ton-in-Ton gehalten sein und nicht schreien (also kein rot, magenta, gelb u. ä.). Blau wird eher als
seriös
wahrgenommen.
Möchten Sie einen Akzent setzten, z. B., mit einem Tuch, dann wählen Sie eine Farbe die der des Otfits entspicht und lediglich eine Abweichung ihm Farbton
ist.
Wenn Sie nicht gerade in der Musikbranche unterwegs sind, sollten Accessoirs eher zurückhaltend sein. Also bei Herren keine riesigen Uhren oder, bei Damen, etliche Ketten und an
jedem Finger ein Ring. Genauso verhält es sich auch mit Gürteln, Taschen,
dem Etui für Visitenkarten oder Sonnenbrillen.
Eine schlichte Eleganz, leger gehalten lenkt nicht von ihrer Arbeit ab, welche hier im Vordergrund steht.
Also maximal drei Schmuckstücke (außer dem Ehering), in dezenter Form (auch größere Schmuckstücke, wie sie bei stärkeren Damen angebracht sind können in ihrem
Design und in ihrer Farbe dezent sein).
Gürtel schmal halten oder bei breiteren Gürteln, in der Farbgebung zurückhaltend.
Stimmen Sie - sofern es möglich ist - die Farbe ihrer Tasche mit der ihrer Schuhe ab. Wobei wir bei diesem Thema angelangt sind.
Sneakers sind erlaubt und natürlich sollten sich die Schuhe in einem gepflegten Zustand befinden.
Gehen Sie zu einem Bankgespräch, zu einem Netzwerktreffen oder zu einem Gespräch in einer Behörde. dann ist
Business Casual zu empflehlen.
Für den Herren wäre hier eine Anzughose, ein Sakko und ein Hemd - auch ohne Krawatte (je nach Branche wo Sie zu Hause sind) anzuraten. Zu beachten ist hier, dass
die Ärmel der Jacke ca. 1,5 cm kürzer als die des Hemds sind und diese nur bis zum Handgelenks-Knöchel reichen.
Die Damen können wählen zwischen einem Hosenanzug, einem Kostüm oder einem Kleid mit Jacke. Hierbei ist zu beachten,
dass Röcke und Kleider mindestens bis zum Knie reichen - und zwar im Sitzen.
Beachten Sie; je mehr Haut eine Dame zeigt, desto weniger Autorität schreibt man ihr zu. Man mag dazu stehen wie man will,
es ist einfach eine Tatsache. Also meine Empfehlung:
- bei Blusen, maximal die beiden oberen Köpfe offenhalten,
- bei Kleidern keine tiefen Ausschnitte, - ein runder Ausschnitt oder ein eckiger - der über dem Busen (die Einbuchtung zwischen den Brüsten) endet.
- Strümpfe und Strumpfhosen sind selbstverständlich,
- offene Sandalen sind tabu - maximal sollten Slingpumps getragen werden
Im übrigen, betrifft dies auch die Herren. Auch wenn es warm ist, aufgeknöpfte Hemden, kurze Hosen, Sandaletten oder das Weglassen des Sakkos
sind hier auch für Sie tabu.
Was Sie auf jeden Fall beachten sollten, wählen Sie ein Material bei ihrer Kleidung, das atmungsaktiv ist , angenehm im
Sitz,
dem Anlass entsprechend und nicht knittert. Gürtel, Schuhe und Taschen sollten aus Leder gefertigt sein.
TIPP:
Als Solo- oder Kleinstunternehmer kommen Sie nicht allzu oft in die Situation wo ein
Business- Casual angesagt ist - also haben Sie auch nicht die entsprechende Kleidung
und/oder Accessoires (Gürtel oder Taschen) zu Hause.
Doch dies ist kein Problem, den diese können Sie sich auch für diesen Anlass ausleihen.
Es ist nicht nur, dass Sie mit einer solchen Kleidung als seriös, sicher und kompetent wahrgenommen werden, sondern Sie
tun sich auch selbst einen Gefallen.
Stellen Sie sich vor, das die Kleidung, die Sie tragen irgendwo zu eng ist oder Sie schwitzen - das Resultat; Sie fühlen sich nicht wohl, sind
mit ihren Gedanken nicht beim Gesprächsthema und können dadurch verlieren.
Sind Sie sorgsam in der Wahl ihrer Kleidung. Immer dem Anlass entsprechend. Sie werden - da dies Teil des ersten Eindrucks ist
den Sie hinterlassen - automatisch, von ihrem Gegenüber, in eine Schublade gesteckt.
Ein Freund von mir hatte Werbung verkauft (Werbung in Fahrstühlen). Er sagte zu mir, dass er in seinem Auto immer drei Sakkos und auch zwei Kravatten zu liegen hat. Vor einem Besuch bei einem
potentielle Kunden parkt er sein Auto in einer Seitenstrasse, sieht sich das Geschäft und den Inhaber an und entscheidet dann, welches Sakko, eventuell welche Kravatte, er anziehen wird und ob er
mit dem Auto vorfährt oder nicht.
Er hatte festgestellt, dass das Äußere sehr viel Gewicht dabei hat, ob er zu einem Verkaufsabschluss kommt oder nicht. Ist er zu overdressed, wird er automatisch mit "Der will nur mein Geld"
verbunden, ist er understatement gekleidet wird er als Vertreter eines Unternehmens wahrgenommen, welches nicht über den Hintergrund verfügt seinen Vertrag einzuhalten.
6. Missgeschicke und Peinlichkeiten
"... Außer einer sonderbaren Figur können uns aber noch andre Dinge an einem Menschen auffallend sein, zum Beispiel: ... Unbekanntschaft mit gewissen Sitten, Unvorsichtigkeiten im Betragen,
ungewöhnicher, altmodischer Anzug, u. dgl. Es gehört nicht weniger zu
einer guten Lebensart, hierüber nicht durch Lachen oder durch Zeichen, die man einem der Anwesenden gibt, sein Befremden zu erkennen zu geben und dadurch den armen Mann, der sich dergleichen zuschulden kommen läßt,
noch mehr in Verlegenheit zu setzten."
Freiherr Knigge
Jeder kann mal in eine peinliche Lage geraten oder in die Situation jemanden auf eine Panne aufmerksam zu machen.
Wie meistert man eine solche Situation?
Sie kommen zu einem Netzwerktreffen, jemand spricht Sie an und im Gespräch sehen Sie, dass er einen Fleck auf seinem
Sakko hat oder ein Knopf ist verloren gegangen. Sie möchten ihn drauf aufmerksam machen, damit er nicht, eventuell, einen
schlechten Eindruck bei einem anderen Teilnehmer erweckt.
Oder in einem Bankgespräch verspüren Sie ein dringendes Bedürfnis.
Eigenen Missgeschicke
Sie haben ein Malheur mit ihrer Kleidung. Handelt es sich um eine Kleinigkeit die nicht weiter auffällt (Sie können sie eventuell
kaschieren), dann ignorieren Sie es.
Ist es unübersehbar und das Geschäftstreffen findet nicht in ihren Geschäftsräumen statt, dann entschuldigen Sie sich.
Z.B.:
"Mir ist ein Malheur auf dem Weg passiert, es lässt sich nicht ändern, gehen wir einfach zur Tagesordnung über."
Bemerken Sie, z. B., den Fleck erst in der Sitzung, weil jemand anderer auf diesen förmlich starrt, dann gehen Sie offen
mit
der Situation um:
"Oh, ich habe einen Fleck, danke das Sie mich darauf aufmerksam gemacht haben. Aber lassen wie uns nicht davon
irritieren."
Wenn Geschäftstreffen in ihren Geschäftsräumen stattfinden, können Sie Ersatzkleidung vorhalten, Nähzeug,
Sicherheitsnadeln u. a.. Manches können Sie auch mitführen, wie eine Ersatzstrumpfhose oder das schon erwähnte Nähzeug.
In einer Pause können Sie dann den Schaden beheben.
Oder, bei einem Geschäftsessen fällt etwas daneben. Entfernen Sie das Gröbste diskret von der Kleidung und erst zwischen
den Gängen oder nach dem Essen, beseitigen Sie den Fleck auf der Toilette.
Mein Rat; legen Sie die Serviette immer auf den Schoß und zwar vollständig auf den Teil der nicht von dem Tischtuch bedeckt ist.
Haben Sie einen richtiggehenden Hustenanfall, welcher wirklich stört, entschuldigen Sie sich und verlassen den Raum. Wenn Sie ein
dringendes Bedürfnis verspüren, das Gespräch aber sehr wichtig ist, dann bitten Sie um eine kurze Unterbrechung und gehen zur
Toilette.
Das Fettnäpchen - Entschuldigung und Wiedergutmachung
Sie kennen nicht den Inhalt des Rucksacks den jeder mit sich trägt. Ungewollt können Sie Gefühle anderer Menschen verletzen. Merken tun Sie dies meist sofort an der Mimik oder einer körperlichen Reaktion. Hier fragen Sie sofort nach;
"Habe ich etwas falsches gesagt oder getan? Dies war nicht in meiner Absicht."
Entschuldigen Sie sich umgehend.
Sollten Sie aber jemanden versehentlich ein Getränk über die Kleidung schütten, dann reicht eine Entschuldigung nicht. Bieten
Sie sofort an den Schaden zu ersetzen (z. B. die Reinigungskosten).
Am nächsten Tag sollten Sie eine Karte mit einer nochmaligen Entschuldigung übersenden. Hat sich dieses Missgeschick
bei
einem gehobenen oder für die Person sehr wichtigem Anlass zugetragen, dann ist bei einer Dame die Übersendung eines Blumenstraußes
angemessen.
Versprecher - über sich selbst lachen
Sie treffen einen Kunden und präsentieren ihm ihr Angebot oder machen sich zunächst ein Bild von dem was er benötigt. Sie sind voll auf ihre Arbeit
konzentriert und versprechen sich. Sie selbst merken es nicht, erst die Reaktion des Gegenüber macht Sie darauf aufmerksam.
Hier fragen Sie einfach nach, was Sie gerade gesagt haben. Lachen Sie kurz mit und korrigieren Sie sich dann. Anschließend fahren Sie mit dem
Gespräch - ohne weiteres Aufhebens - fort.
Wer arbeitet macht auch Fehler
Jedem ist in seinem Berufsleben schon der eine oder andere Fehler unterlaufen. Das ist normal. Wichtig ist, wie Sie damit umgehen.
Gerade als Solo- und Kleinstunternehmer, der immer direkt mit dem Kunden im Kontakt steht ist dies unerlässlich,
denn ihr Verhalten fällt direkt auf ihr Unternehmen zurück.
Sie haben keine PR-Abteilung die einen Fauxpas in der Kundenbeziehung wieder glattbügelt.
Versuchen sie nicht den Fehler zu vertuschen oder jemand anderen die Schuld zu geben. Entschuldigen Sie sich persönlich
- also entweder vis-à-vis oder telefonisch. Geben Sie, wenn möglich, eine kurze Erklärung und bieten Sie eine Wiedergutmachung an.
Das ist natürlich, wenn dem Kunden ein Schaden entstanden ist, der Schadenersatz. Und sollte kein konkret bezifferbarer Schaden vorliegen - aber doch eine
Unannehmlichkeit - sollten Sie ihm einen zusätzlichen Service geben (nicht nur anbieten).
Bei einem Produkt, z. B. eine kostenlose Installierung o. ä., bei einer Dienstleistung z. B. ein Upgrad das nur Kunden zugute kommt, welche die Premiumversion gekauft haben.
Wie weise ich jemand anderen auf eine Peinlichkeit hin?
Jemand tritt Ihnen gegenüber und hat einen Essensrest zwischen den Zähnen, an seinem Anzug ist ein Knopf abgegangen oder hängt nur noch am "seidenen" Faden oder es ist ein sehr warmer Tag und das Deo das er benutzt hat, hält nicht sein Werbeversprechen; weisen Sie ihn neutral, freundlich und diskret darauf hin. Besonders, wenn Sie nicht alleine sind. Am besten unter vier Augen. Z. B. mit dem Satz:
"Entschuldigung, ich möchte Sie nur darauf hinweisen, dass ..."
Wenn dies nicht möglich ist, stecken Sie demjenigen einen Zettel zu. Sie können diesen natürlich nicht einfach in seine
Jackentasche stecken. Abgesehen davon, dass Sie damit in seine unmittelbare - sehr persönliche - Nähe ungefragt eindringen,
er könnte ihn auch garnicht bemerken.
Treten Sie an ihn heran, unterbrechen Sie das Gespräch, das dieser gerade führt, z. B.:
"Entschuldigung, wenn ich kurz unterbreche aber bevor ich es vergesse, wollte ich Ihnen noch die
Information geben, um die Sie mich gebeten haben."
Dann entfernen Sie sich wieder. Mit Sicherheit wird er einen Blick auf den Zettel werfen.
Seien Sie sicher, der andere wird Ihnen dankbar sein und vielleicht ist das der Anlass um näher in Kontakt zu kommen.
7. Geschenke, Gratulationen, Bedanken u. ä.
Zu besonderen Anlässen, z. B., runden Geburtstagen, Geschäftsjubiläen oder einer Auszeichnung die ihr Geschäftspartner erhält möchten Sie durch eine kleine
Aufmerksamkeit ihre Wertschätzung gegenüber
demjenigen zum Ausdruck bringen.
Wichtig dabei ist, dass Sie Feingefühl walten lassen. Berücksichtigen Sie bei ihren Überlegungen die Länge ihrer Geschäftsbeziehung und auch wie nahe Sie
demjenigen stehen - eventuell gibt es gar eine persönliche Beziehung.
Auf jeden Fall, Geschenke sollen das gute Verhältnis zwischen Geschäftspartnern stärken. Daher sollten Sie das Geschenk
unter dem Aspekt aussuchen: " Was macht dem anderen Freunde?", auf keinen Fall sich selbst in den Vordergrund stellen.
Sollten Ihnen die persönlichen Vorlieben des zu Beschenkenden bekannt sein, dann gehen Sie darauf ein. Es muss nicht
unbedingt ein Gegenstand sein den Sie schenken, es kann auch eine Eintrittskarte für ein Ereignis sein an dem er Interesse
hat (Sport, Kultur o. ä.).
Wenn Sie weniger über den zu Beschenkenden wissen, wählen Sie ein neutrales Geschenk.
Und schon stellt sich die Frage: "Was ist neutral?"
Hier einige Vorschläge:
a.) Hochwertige Verbrauchsartikel
- Edler Kaffee, Tee oder eine kleine Auswahl an feinen Pralienen (für die Dame oder den Herren)
- Schönes Olivenöl - oder Essigspezialitäten (neutral verpackt)
- Regionaltypische Spezialitäten (falls nicht zu ausgefallen im Geschmack)
b.) Bürofreundliche Geschenke
- Hochwertiger Notizblock oder Kalender (z. B. Moleskine, Leuchtturm1917)
- Edler Kugelschreiber oder Füller
- Minimalistischer Schreibtisch - Organizer
c.) Gutscheine
- verwendbar für eine Veranstaltung
- für ein gehobenes Restaurant
WICHTIG:
Lieber schlicht und qualitativ hochwertig als auffällig und teuer. Dies könnte den Beschenkten beschämen und den Druck aufbauen etwas zurückgeben zu müssen
(hier
auch gesehen aus geschäftlicher Sicht).
Keine sehr persönlichen Dinge (Parfüm, Kleidung, Schmuck) und keine heiklen Themen ansprechen (Alkohol, religöse Symbole).
Es wird immer gerne auf Alkohol zurückgegriffen; Sie kennen das bestimmt aus dem
privaten Bereich, wenn man bei Freunden eingeladen ist. Doch, wenn Sie diesen Geschäftspartner noch nicht so gut kennen, wissen Sie nicht wie er
darauf reagiert -besonders, wenn das Geschenk im Beisein von anderen überreicht wird bzw. Sie kennen auch nicht seinen Geschmack.
Hier eine Liste, nach Preisen gestaffelt, die Ihnen die Auswahl erleichtern soll:
Bis 20 Euro:
- hochwertiger Notizblock (z.B. Moleskine Softcover, Leuchtturm1917)
- schöne Schreibtischablage oder Kabel Organizer
- edler Kaffee (250 - 500 g) in dekorativer Verpackung
- hochwertiger Tee in einer schönen Dose
Von 20 - 50 Euro:
- edler Kugelschreiber (z. B. Parker, Jotter, Gross)
- kleine Auswahl an Pralienen in Premiumverpackung (am besten in einer Konfiserie kaufen)
- schöne Geschenkbox mit Tee, Honig & Gebäck
Von 50 - 100 Euro:
- Ledergebundenes Notizbuch
- Hochwertiger Füller oder Rollerball-Stift (z. B. Lamy, Waterman)
- Hochwertige Olivenöl - oder Essig-Box in Geschenkverpackung
- Gutschein für ein gehobenes Restaurant oder eine Veranstaltung
- kleine, neutrale Skulptur (aus Holz, Metall oder Glas)
Das Geschenk sollte eine positive, respektvolle und freundlichen Aussage haben.
Sollten Sie den zu Beschenkenden näher kennen, dann sind Ihnen die Vorlieben bekannt und Sie können gezielter schenken.
Die Verpackung sollte schlicht - schwarz oder naturfarbend, innen mit Seidenpapier oder Holzwolle versehen sein und auf
jeden Fall, vergessen Sie nicht eine Karte beizulegen, mit einem persönlichen Gruß.
Und so kommen wir zum nächsten Thema.
Persönliche Karten - am besten mit persönlicher Note.
Kennen Sie das auch? Zu Weihnachten erhalten Sie eine vorgedruckte Karte, welche maximal durch den Versender selbst
unterschrieben worden ist.
Dies mag angehen, wenn Sie eine größere Anzahl von Kunden oder Geschäftspartnern haben, mit denen Sie keine intensiven
Beziehungen pflegen oder aber in Erwägung ziehen diese zu intensivieren.
Doch bei anderen Kunden oder Geschäftspartnern sollte die Karte von eigener Hand geschrieben sein. Mit persönlichen
Worten oder vielleicht mit einem passenden Zitat.
Es zeigt, dass Sie sich Zeit für den Adressaten genommen haben; dies zeugt von Respekt gegenüber demselben.
Besonders wichtig ist dies bei Ereignissen wie Geschäftsjubiläen, Geburtstagen o. ä.
Doch noch besser in diesem Zusammenhang ist der - Anruf als Zeichen der Wertschätzung.
Ein Anruf kann ein sehr spezielles Geschenk sein. Es ist eine schöne Geste, denn Sie nehmen sich extra Zeit, sie
signalisieren,
dass Ihnen der andere so wichtig ist, dass Sie ihm ihre Wünsche auf dem persönlichsten Weg übermitteln möchten.
Was hierbei tabu ist, es wird nicht über Geschäftliches gesprochen.
Private Gastgeschenke für private Einladungen
Sie werden privat eingeladen von ihrem Geschäftspartner. Hier ist der klassische Blumenstrauß oder ein kerativ gestaltetes
Gesteck angebracht - beides ohne Papier überreichen.
Je nachdem, wie bekannt Ihnen der Gastgeber ist, desto persönlicher - je nach Anlass - darf das Geschenk sein. Werbegeschenke sind ein
Tabu.
Das richtige Bedanken
Leider verbreitet sich die Unsitte immer mehr, sich nicht oder zu spät für ein Geschenk zu bedanken. Viele denken, dass dies
nur bei Hochzeiten üblich ist, doch das ist nicht der Fall.
Der Schenkende hat sich darüber Gedanken gemacht, was Ihnen gefallen könnte - also an Sie persönlich gedacht. Ein einfaches
Dankeschön, ist dies zumindest wert.
Auch kann der Schenkende irritiert sein, weil er nicht weiß, ob sein Geschenk überhaupt angekommen ist oder dem anderen
gefällt, und kann sich dadurch missachtet fühlen.
Dies kann - gerade im Geschäftsleben - auch Folgen haben; wie, dass sich eine Geschäftsatmosphäre plötzllich abkühlt.
Sollte das Geschenk persönlich übergeben werden, und es wird erst später ausgepackt, bedanken Sie sich sofort mit dem Hinweis, wann es ausgepackt wird. Nach dem
Auspacken (was meist nach dem Anlass der Einladung geschieht) sollten Sie sich innerhalb einer Woche persönlich bei dem Schenkenden melden. Das ist
glaubwürdig. Dies gilt auch, wenn das Geschenk per Post übersandt wurde.
Unter deutschen Geschäftspartnern darf ein Geschenk nach dem Überreichen sofort ausgepackt werden, bei ausländischen
Besuchern werden die Geschenke nicht in Gegenwart des Schenkenden geöffnet.
Ich persönlich empfehle generell Geschenke erst dann auszupacken, wenn alle Gäste gegangen sind. Manchmal kann man
seine Enttäuschung nicht verbergen und dies könnte bei dem Schenkenden nicht gut ankommen; besonders wenn noch
andere anwesend sind. Damit beschämen Sie denjenigen öffentlich. Die Konsequenzen können verheerend sein - je nach der
Persönlichkeit des Schenkenden.
Es gibt noch einen anderen Vorteil bei dieser Vorgehensweise, Sie haben genügend Zeit ihre Enttäuschung zu verarbeiten, die
gute Absicht des Schenkenden anzuerkennen und eine entsprechende Formulierung für die Danksagung zu finden.
8. Konflikte - wie agieren, wie sich zurückziehen
Ihnen ist das bestimmt schon einmal begegnet; ein
Kunde ist unzufrieden da - aus seiner Sicht - der Auftrag
nicht so erfüllt wurde wie er sich dies gewünscht hat.
Sie ihrerseits pochen auf den Vertrag.
Es geht hin und her. Bei Begegnungen eiserne Mienen,
kurze kalte Antworten bei Telefonaten. Im Inneren kochen Sie.
Aber bevor es zu einem Vulkanausbruch kommt, sollten
Sie anbieten, den Konflikt gemeinsam zu lösen.
Doch es ist besser es erst garnicht zu den "eisernen Mienen" kommen zu lassen.
Meine Oma sagte immer: "Ein verbindendes Wort finden."
Kommen Sie erst einmal wieder "runter". Am besten, Sie schreiben einfach auf was das eigentliche Problem ist - und schon
haben Sie den ersten Schritt zur Trennung von Emotion und Sache getan.
Bereiten Sie sich vor. Sammeln Sie Zahlen, Daten und konkrete Beispiele - auf keinen Fall irgendetwas Gehörtes oder gar
Gerüchte mit einfließen lassen.
Bleiben Sie ruhig und höflich, auch wenn sich der Ton des Gegenüber verschärfen sollte. Ich habe es in meinem Berufsleben
erlebt, dass jemanden, der aufgeregt ist oder sogar seine Contenance verloren hat, plötzlich ganz ruhig wurde, wenn ich
demjenigen höflich und ruhig entgegen trat.
Menschen die wütend sind, hoffen innerlich auf eine ebensolche Wut zu treffen. Sie haben sich dann meist schon zurechtgelegt, was sie sagen wollen. Doch wenn sie nicht auf Wut
treffen sondern Ruhe und Höflichkeit, dann ist ihre ganze Vorbereitung
perdu und sie begeben sich automatisch auf das von Ihnen vorgegebene Gesprächsniveau.
Mit einem solchen Verhalten signalisieren Sie auch, dass Sie an einem konstruktiven Gespräch interessiert sind und zu einer Lösung kommen
wollen. Das können Sie konkret auch damit erreichen, wenn Sie das Gesprächsziel kurz formulieren:
"Mir ist es wichtig, dass wir heute gemeinsam eine Lösung finden."
Formulieren Sie Kritik sachlich ohne bloßzustellen. Schicken Sie eine Botschaft und nicht Vorwürfe; wie z. B.,
"Ich sehe hier ein Problem ..." statt: "Sie haben hier etwas falsch gemacht!"
Und wichtig, nur ein Thema pro Gespräch - keine "Liste aller Fehler seit 20.. .
Hören Sie wirklich aktiv zu. D. h., machen Sie sich Notizen von dem Gesagten. Oft ist es so, dass es nur eines Stichwortes bedarf und wir ziehen eine Schublade
auf um einen Sachverhalt abzulegen.
Doch gerade dies führt oft zu Konflikten. Denn das was jemand sagt muss nicht unbedingt etwas mit dem zu tun haben was wir
darüber denken.
Jeder hat seine eigene Definition von Dingen und Zusammenhängen. Daher sollten Sie am Ende der Ausführungen des Gegenübers, seine Ausführungen nochmal
wiederholen und Definitionen abfragen - z. B.,
"Sie sagten viel. Was meinen Sie damit konkret? Fünfmal oder zehnmal oder eine andere Zahl?"
Wenn Sie das Gesagte noch einmal wiederholen, beginnen Sie damit zu sagen, dass Sie dies tun, damit Sie sicher sind, dass Sie
ihn und sein Anliegen auch richtig verstanden haben. Ihr Gegenüber könnte sonst den Eindruck gewinnen, dass Sie ihn als
minderbemittelt betrachten.
Halten Sie immer Blickkontakt und - schalten Sie ihr Handy aus - am besten vor den Augen ihres Gegenübers. So signalisieren
Sie, das Ihnen das Gespräch wie auch ihr Gesprächspartner wichtig sind.
Dadurch fühlt sich ihr Gegenüber abgeholt und reduziert seine Abwehrhaltung.
WICHTIG:
Doch, d. h., nicht, dass Sie allem zustimmen. Zeigen Sie Verständnis für die Situation
ihres Gegenübers, ohne sofort zuzustimmen.
Und, Konfliktgespräche sollten niemals vor Dritten geführt werden - dass könnte zu
einem Gesichtsverlust führen. Wenn es möglich ist bzw. wenn der Konflikt es erfordert,
wäre es ratsam einen neutralen Ort für das Gespräch zu wählen (z. B.: einen Besprechnungsraum den Sie dafür anmieten).
Es gilt: "Lob gern öffentlich, Kritik lieber im kleinen Rahmen."
Suchen Sie gemeinsam nach Lösungen. Laden Sie ihr Gegenüber dazu ein eine gemeinsame Lösung zu finden.
Hier helfen Gesprächsstrukturen: Problem benennen, Auswirkungen klären, Lösungen vorschlagen.
Sollte eine Lösung nicht gleich gefunden werden, dann vertagen Sie das Gespräch. Sagen Sie z. B.:
"Wir haben verschiedene Lösungswege erörtert, ich würde vorschlagen, dass wir diese in Ruhe überdenken,
das - Für und Wider - abwägen und bei einem weiteren Termin dies erörtern."
Schlagen Sie gleich einen Termin oder zwei vor; so weiß ihr Gegenüber, dass es Ihnen wirklich ernst ist und nicht das Sie ihn
nur los werden wollen.
Am Ende danken Sie für die Offenheit und setzen eine positive Perspektive:
"Ich freue mich, dass wir eine Basis gefunden haben um uns konstruktiv austauschen
zu können und gemeinsam an einer Lösung arbeiten."
Bedenken Sie: Es geht hier nicht darum alles "weichzuspülen" sondern respektvoll Klartext zu reden - damit Beziehungen nicht
unter einzelnen Konflikten zerbrechen.
9. Die Sprache
Es ist manchmal schwierig von seinem normalen Sprachgebrauch - aus dem privaten Bereich - in den des Geschäftslebens zu wechseln. Besonders am Anfang
einer Selbständigkeit - vornehmlich wenn im Vorfeld
noch auf keinerlei Berufserfahrung zurückgeblickt werden kann.
Auf jeden Fall immer das "Bitte" und "Danke" nicht
vergessen. Einen "Guten Tag" oder "Guten Morgen", sollte verinnerlicht sein. Bei Bitten und Anfragen kommt Ihnen
der Konjunktiv zur Hilfe, welcher hier immer zur Anwendung kommen sollte. Bei Kritik sollte das Problem als
gemeinsame Herausforderung formuliert werden - was
es ja auch ist -. Der Abschluss eines Gesprächs sollte mit einem Dank verbunden werden.
Waren Sie mit ihrer Sprache eine gewisse Distanz, somit kommen Sie auch nicht in die Situation, dass Sie sich auf das, eventuell niedrige,
Niveau des anderen begeben.
Denn es werden Ihnen, in ihrem Berufsleben, leider auch Menschen begegnen, die erreichen wollen, das Sie ihre Contenance verlieren und sich hinreißen lassen
etwas zu sagen, dass dann gegen Sie verwendet werden kann.
Wenn derjenige am Ende mit seiner Tirade ist, sollten er damit nicht das letzte Wort haben. Er wartet ohnehin auf ihre Reaktion. Verwenden Sie hier einfach Worte
die heute nicht mehr oft im Gebrauch sind aber genau treffen. So z. B.:
- "... ist nicht anständig."
- "Das war unnötig."
- "Das ist unehrenhaft."
- "Das ist unredlich."
Mit ihrer Sprache begeben Sie sich auf ein anderes Niveau. Ihr Gegenüber kann Ihnen nicht auf dieses Niveau - zumindest
nicht in dem Augenblick - folgen.
Beenden Sie das Gespräch einfach, indem Sie sagen:
"Ich glaube es ist besser für beide Seiten, wenn wir hier das Gespräch unterbrechen und
zu einem anderen Zeitpunkt weiterführen."
Sie lassen die Situation offen und ich bin sicher, ihr Gesprächspartner wird sich bei Ihnen entschuldigen.
Sie können jetzt sagen: "Wenn mir so jemand begegnet, dann beende ich die Geschäftsbeziehung." Nun, aber gerade als Gründer befinden Sie sich oft nicht in dieser konfortablen Situation, da Sie
die Einnahmen aus dieser - wenn auch toxischen - Geschäftsbeziehung benötigen.
In einem solchen Fall, kann es schon hilfreich sein, einen Brief zu schreiben über die Beendigung der Geschäftsbeziehung - auch wenn dieser noch in der Schublade liegen bleiben muss. Aber der
erste Frust ist erst einmal verflogen.
10. Geschäftliche Treffen
Stellen Sie sich vor, Sie gehen zu einem Netzwerktreffen
oder dem Neujahrsempfang bei ihrem Steuerberater. Sie treffen dort schon Ihnen bekannte Geschäftsleute aber
auch welche denen Sie noch nicht begegnet sind. Was ja auch der Sinn solcher Treffen ist - das Neukennenlernen.
Wichtig dabei, beachten Sie die körperlich Distanz. Sie kennen ihr Gegenüber nicht und vielen Menschen ist es unangenehm, wenn ihnen Personen,
die sie nicht kennen,
zu nahe kommen.
Es gibt vier Zonen:
1. Zone:
Die Imtimzone. Diese Zone sollten Sie, ohne Ausnahme, im Geschäftsleben meiden. Sie umfasst ca. 60 cm um eine
Person
herum.
2. und 3. Zone:
Dies sind die persönliche und die soziale Zone. Die persönliche Zone ist hier dem Unternehmenspartner (also Partner im eigenen Unternehmen) vorbehalten. Sie beträgt ca. 60 cm bis 1,20 m. Also ungefähr eine Armlänge. Die soziale Zone ist für Geschäftskunden vorbehalten. Dies ist der Bereich zwischen 1,20 m und 3,50 m.
4. Zone:
Damit ist die öffentliche Zone gemeint, welche den Bereich ab 3,50 m umfasst.
Dann ist es allgemein üblich - bei signalisiertem Interesse - seine Visitenkarten auszutauschen.
Es ist unhöflich diese einfach einzustecken. Behalten Sie sie einen Augenblick in der Hand und lesen Sie die Informationen
darauf durch. Erst dann legen Sie diese in ihre Unterlagen (bei einem geschäftlichen Treffen) bzw. in ein Etui, wo sie die Ihnen übergebenden Visitenkarten sammeln.
Umgekehrt übergeben Sie ihre Visitenkarte. Tun Sie das nicht, dann geben Sie zu verstehen, dass Sie an einem weiteren
Austausch nicht interessiert sind.
11. Telefonate, Videokonferenzen
Telefonate
Wenn Sie im Vorfeld wissen, dass das Gespräch, das Sie führen wollen länger dauert oder der Gesprächspartner
sich dafür vorbereiten muss (z. B. Unterlagen hervorholen oder diese nochmal durchlesen) dann erbitten Sie -
per E-Mail einen Termin.
Sie wissen selbst, dass es nicht angenehm ist jemanden
am Telefon keine konkrete Auskunft geben zu können.
Man hat immer das Gefühl, dass dies einen unprofessionellen Eindruck hinterlässt.
Darüber hinaus, Sie wollen ja eine korrekte Antwort haben - wenn Sie diese nicht erhalten ist die Zeit für dieses
Telefonat auch verlorene Arbeitszeit.
Reden Sie deutlich und im angemessenem Ton. Seien Sie nicht nur höflich sondern achten Sie auch
auf ihre Lautstärke. Wenn Sie laut oder/und undeutlich sprechen, kann ihre Botschaft anders beim Empfänger ankommen als von
Ihnen gewollt.
Sollten Sie sich in einem lautem Umfeld befinden, dann verschieben Sie das Gespräch.
Legen Sie sich etwas zum schreiben neben ihr Telefon, so können Sie sich Notizen machen und eventuell noch einmal etwas rückfragen. Es
hinterlässt keinen guten Eindruck, wenn Sie, entgegen der telefonischen Vereinbarung etwas anderes tun.
Ihr Anrufbeantworter ist auch eine Art Visitenkarte ihres Unternehmens. Wenn Sie nicht erreichbar sind, dann gehört eine
professionelle Ansage auf ihren Anrufbeantworter. Zum Inhalt gehört wer Sie sind (also Namen ihrer Firma und ggf., falls es ihre Direktnummer ist, ihr Name und
ihre Stellung im Unternehmen) und die Nachricht, dass Sie gerade nicht erreichbar sind. Ein Ausdruck der Höflichkeit ist, wenn Sie ebenfalls versichern umgehend
zurückzurufen, wenn Sie die Nachricht erhalten haben.
Videokonferenzen
- Schalten Sie sich stumm. Es ist ein großes Problem bei solchen Konferenzen, wenn Hintergrundgeräusche von Teilnehmern vernommen werden die augenblicklich nicht sprechen.
- Achten Sie auf ihre Körpersprache. Ich habe das selbst schon gesehen, dass Teilnehmer anscheinend vergessen, dass Sie in einer Veranstaltung sind und jeder sehen kann was sie tun.
Das geht vom Sesselschaukeln bis zum Katzen graulen.
Denke Sie daran, eine Videokonferenz ist wie eine offline Veranstaltung. Ihre Verhaltensweisen können auch als Desinteresse an dem gedeutet werden, was andere sagen.
- Unterbrechen Sie niemanden. Das ist schon störend bei einer offline Veranstaltung. Doch in einer Videokonferenz ist das einfach tödlich. Es kann technische Probleme geben, darüber hinaus, i. d. R., hat sich jeder auf diese Konferenz vorbereitet, da er weiß, dass er nur ein bestimmtes Zeitfenster gibt um sich zu äußern. Der Ablauf der gesamten Konferenz wird dadurch gestört und schlimmstenfalls ihr Ziel nicht erreicht.
Wenn Sie Veranstalter einer solchen Videokonfenrenz sind, dann empfehle ich Ihnen die Auswahl selbst zu treffen, wer sprechen darf. Die anderen Teilnehmer stellen Sie dann stumm.
- Kleiden Sie sich angemessen. Videokonferenzen zeigen ihre Kleidung - meist von der Hüfte aufwärts. Es kann aber auch vorkommen, dass Sie aufstehen müssen um eine Unterlage zu holen, dann sieht man Sie komplett. Ihre Kleidung sollte dem Dresscode des Anlasses entsprechen.
Wenn Sie als Solo- oder Kleinstunternehmer eine Videokonfenrenz mit einem Kunden haben den Sie schon länger kennen ist dies anders, als wenn Sie eine Konferenz mit ihrer Bank haben oder einer anderen Institution.
Und denken Sie auch an Frisur, Make-up, Hände. Sie sollten genauso gepflegt sein wie bei einer offline Begegnung.
Vergessen Sie nicht, dass auch eine virtuelle Interaktion einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Im Zweifel verhalten Sie sich genauso wie bei einem persönlichen Gespräch.
12. Small Talk
Aus meinem Umfeld weiß ich, dass gerade Solo- und Kleinstunternehmer das Thema Small Talk nicht mögen.
Das hängt nicht unbedingt damit zusammen, dass sie
nicht gerne mit jemanden kommunizieren sondern mit der Tatsache, dass sie alle, in einem Unternehmen, anfallenden Arbeiten selbst erledigen müssen und darum lieber so
schnell wie möglich zum eigentlichen Gesprächsgegenstand kommen wollen.
Es ist einfach eine Frage des Zeitmanagements.
Doch manchmal ist es durchaus sinnvoll Small Talk zu betreiben. Z. B. dann, wenn Sie auf jemanden treffen den Sie nicht kennen, der
aber wichtig für ihr Unternehmen ist oder/und mit dem eventuell eine längere Geschäftsbeziehung angestrebt wird.
Da wäre der Mitarbeiter der Bank zu nennen, der über ihren Kreditantrag entscheidet, das erste Gespräch mit einem Steuerberater, das Treffen wo
über die Vergabe eines Auftrags entschieden wird, die Verhandlung mit einem Lieferanten oder die erste Begegnung mit einem anderen Unternehmer bzgl. einer
Zusammenarbeit in einem Projekt.
Small Talk kann dabei helfen den anderen besser einschätzen zu können, und dann eine Basis zu haben, um eine
Verhandlung
oder ein Gespräch so zu führen, dass es in der Richtung verläuft die Sie sich vorgestellt haben.
Im Small Talk erfahren Sie, z. B., was die Vorlieben des anderen sind, welche Intressen er hat, seinen beruflichen Werdegang,
'eventuell sogar seine diesbzgl. Ambitionen, Informationen über seinen Kundenkreis (keine persönlichen sondern allgemeines
zu seiner Zielgruppe).
Diese Informationen können Ihnen helfen, einzuschätzen ob ihr Gegenüber Ihnen sympathisch ist, ob sie eventuell gemeinsame
Interessen haben oder einen ähnlichen beruflichen Werdegang - der schon einmal ein kleiner gemeinsamer Nenner ist.
Sie erfahren ob er und Sie die gleiche Zielgruppe haben oder das gleiche oder ein ähnliches Ziel abbilden in ihrer Unternehmensvision.
Schon hier können Sie eine Vorentscheidung treffen, ob und wenn ja, in welcher Art sich eine zukünftige Zusammenarbeit
gestalten wird.
Umgekehrt erfährt ihr Gegenüber genau dasselbe über Sie und trifft ebenfalls schon diese Vorentscheidung. Egal ob bewusst
oder unbewusst.
Wie schon im Kapitel über den ersten Eindruck gesagt, im Bruchteil einer Sekunde entscheidet das Gegenüber ob Freund oder Feind - nur auf Grund der Informationen die es in seinem Hirn gespeichert
hat. Also des bisher Erlebten.
In einem Small Talk haben Sie die Möglichkeit dies bei ihrem Gegenüber zu korrigieren. Es ist klar, dass Sie nicht wissen, welches
Bild von Ihnen im Kopf des anderen abgebildet ist, doch Sie sollten immer darum bemüht sein, dieses Bild - wie es auch sein
mag - zu verbessern.
Und nicht vergessen; mit einem Small Talk können Sie auch diejenigen höfllich "abwimmeln" die Ihnen nicht genehm sind; wie
z. B. jemanden der Ihnen - auf schon penetrante Weise - etwas unbedingt verkaufen will, obwohl er weiß, dass Sie es nicht haben wollen.
Wie gestaltet sich nun ein solcher Small Talk?
Der Einstieg
Da gibt es zwei Szenarien. Sie sind mit der Person allein im Raum oder es sind mehrere Personen im Raum - die sich teilweise
nicht kennen.
Da es immer unannehm ist, zumindest in der Situation, wenn die Stille den Raum erfüllt, sollten Sie hier die Initiative ergreifen und sich
einfach erst einmal vorstellen.
Wenn das anschließende Gespräch ohnehin nur Sie und ihr Gegenüber betrifft, weiß der Andere schon wer Sie sind. Hier sollten Sie trotzdem nachfragen wer Ihnen
gegenüber steht. So z. B.:
"Ich nehme an Sie sind Frau/Herr XY."
oder
"Wir kennen uns noch nicht, ich bin hier verabredet mit Frau/Herrn XY."
Sollten mehrere Personen im Raum sein, z. B., bei einem Netzwerktreffen oder bei einem Vergabegespräch, dann schauen Sie sich im Raum um nach einer
Person die alleine steht. Gehen Sie auf sie zu und stellen sich vor. Der Andere wird dies auch tun, und Sie wissen mit wem Sie es zu tun haben - da bei der Vorstellung
(wie bereits erwähnt) auch die Stellung im Unternehmen erwähnt wird.
Handelt es sich um ein Netzwerktreffen (also ein Treffen allgemeiner Art), dann können Sie z. B. fragen:
"Wie haben Sie von dieser Veranstaltung erfahren?"
oder
"Über welchen Kontakt sind Sie heute hier?"
Eine solche Frage ist ein guter Einstieg mehr zu erfahren. So auch ob derjenige schon oft bei solchen Veranstaltungen war und ob er daraus einen Nutzen gezogen
hat. Oder, wenn Sie schon auf einer solchen Veranstaltung waren und er das erste Mal, dann können Sie ihm ihre Erfahrungen mitteilen.
Handelt es sich um ein Treffen, bei welchem Entscheidungen getroffen werden sollen oder vorbereitet, sind diese Fragen natürlich nicht angebracht. Hier sollten
neutrale Themen gewählt werden die positiv besetzt sind aber auch nicht zu persönlich. Wenn Sie das erste Mal in der Gegend sind wo das
Gespräch stattfindet könnten Sie fragen:
"Ich bin das erste Mal in dieser Gegend und möchte nach dem Treffen noch etwas essen
gehen, könnten Sie mir ein gutes Restaurant empfehlen?"
Empfliehlt Ihnen ihr Gegenüber einen guten Italiener, kann dies der nächste Punkt sein an dem Sie anknüpfen können. So z. B.:
"Vielen Dank, ich mag italienisches Essen sehr gerne. In meinem Urlaub fahre ich öfter in dieses
schöne Land und genieße die dortige Küche. Waren Sie auch schon ein Mal dort?"
Und schon entwickelt sich ein Gespräch, welches neutral ist, positive Erinnerungen wachruft und somit automatisch im Gehirn
des Gegenüber ein positives Bild von Ihnen zeichnet.
HINWEIS:
Achten Sie darauf bei solchen Gesprächen niemals von negativen Erlebnissen zu sprechen. Dazu gehören auch verspätete Flüge oder Erlebnisse vor Ort die in irgendeiner Weise negativ waren.
Haben sich in dem Raum ausschließlich Gruppen gebildet, dann wäre es natürlich am besten, wenn Sie verstehen könnten um
welches Thema sich die Gespräche drehen. Finden Sie eines, dass nicht persönlich ist, sondern eher neutral - am besten mit
ihrem Metier zu tun hat - dann gesellen Sie sich einfach dazu.
Doch tun Sie dies nur dann, wenn die Gruppe offen dasteht. Ist die Gruppe geschlossen mit dem Rücken, ist dies ein
Signal,
dass diese nicht gestört werden möchte.
Wenn Sie Eingang in eine offenen Gruppe gefunden haben, dann nutzen Sie eine Pause um etwas zu sagen. Lassen Sie die anderen immer ausreden.
Sollten Sie keine Gruppe finden, dann nehmen Sie sich ein Getränk (i. d. R. sind diese vorhanden), so z. B. eine Tasse Kaffee oder Tee. Dies hat den Vorteil,
dass Sie beide Hände benutzen müssen - eine hängt also nicht nutzlos herum - und wenden Sie sich
dem Raum zu. Es wird nicht lange dauern, bis sich einer der anderen ihrer annimmt.
WICHTIG!
Ihr Auftreten
Seien Sie verbindlich. Freundliches Lächeln, offene Körperhaltung, ein fester
Händedruck.
Blickkontakt
Halten Sie Blickkontakt. Sie würden es auch nicht wertschätzend empfinden,
wenn ihr Gegenüber spricht und dabei eine andere Person ansieht.
Interesse
Seien Sie interessiert an dem was ihr Gegenüber sagt. Hören Sie aktiv zu. D. h.,
nicht nur nicken und "ja" sagen oder gar "hmm" sondern die Fähigkeit sich auch an beiläufig Gesagtes zu erinnern.
So können Sie punkten, wenn im Gespräch etwas erwähnt wird, dass der Andere in
einem anderen Zusammenhang bereits gesagt hat. Hier können Sie darauf
hinweisen:
"Sie erwähnten vorhin, ..."
Auch ihre Gestik und Mimik sollte ihr Interesse bekunden.
Balance
Sie sollten die Waage halten. Also versuchen Sie keinen Monolog zu führen oder ein Frage-Antwort-Spiel (keine geschlossenen Fragen sondern immer offene Fragen stellen und so antworten, dass das Gegenüber einen Anknüpfungspunkt hat).
Wertefreiheit
Behalten Sie ihre Meinung für sich. Sie muss nicht der des Anderen entsprechen. Auch Ratschläge sind nicht gefragt. Sollten Sie nach ihrer Meinung gefragt
werden,
dann bleiben Sie neutral. Sagen Sie z. B.:
"Ich habe mich noch nicht genug mit diesem Thema auseinander
gesetzt um mir darüber eine Meinung bilden zu können."
Damit geben Sie auch das Bild von sich, dass Sie wohlüberlegt Entscheidungen
treffen.
Anerkennung
Sollten es passend sein und Sie wirklich auch so darüber denken, kann ein
Kompliment gut ankommen. Dies könnte sich beziehen auf den beruflichen
Werdegang ihres Gegenübers oder, falls Sport das Thema war und er Ihnen sagt,
dass er gerne bergsteigt und letztens einen besonders hohen Berg bestiegen hat,
etc. Gibt es keinen Anlass für eine Anerkennung, lassen Sie es. Es könnte als
Lobhudelei angesehen werden.
Abstand
Waren Sie möglichst Distanz (wie bereits angesprochen). Es ist, i. d. R., ihr erstes
Treffen. Sie können bei dem Anderen nicht einschätzen wann er sich belästigt fühlt.
Und auch bei Treffen wo Sie sich bereits kennen - eher Abstand als zu nahe.
Wenn Sie in einer Gruppe stehen, nehmen Sie sich an dem Abstand den die Anderen zueinander waren ein Beispiel.
Besonders trifft dies zu, wenn es sich bei dem Gesprächspartnern um eine Frau und einen Mann handelt. Hier kann körperliche Nähe - egal von welcher Seite - sehr heikel sein. Achten Sie hier
besonders auf die Körpersprache und reagieren Sie sofort - am besten mit einer Entschuldigung.
Schluss
Wie das Wort schon sagt, handelt es sich um ein kurzes Gespräch.
Beenden Sie nach einigen Minuten das Gespräch. Entweder - bei nur zwei
Anwesenden - um zum geschäftlichen Thema zu kommen oder um sich zu verabschieden - bei mehreren Anwesenden bei einem neutralen Treffen -.
Der Abschluss sollte positiv sein, damit eine gute Erinnerung zurückbleibt.
Bedanken Sie sich für das Gespräch und die Zeit, die sich ihr Gegenüber für Sie genommen hat.
"Das Gespräch mit Ihnen habe ich sehr genossen, es war wirklich interessant.
Doch leider muss ich es an dieser Stelle beenden. Ich habe gerade Herrn XY
gesehen, mit dem ich mich hier treffen wollte."
Wenn Sie den Kontakt halten wollen:
"... gerne würde ich den Kontakt mit Ihnen halten. Darf ich Ihnen
meine Visitenkarte geben."
Verlangen Sie nicht seine Visitenkarte; Sie könnten ihn in Verlegenheit bringen,
wenn er selbst an keinem weiteren Treffen interessiert ist.
Dann folgt noch lediglich das:
"Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Abend (oder Tag); auf
Wiedersehen."
und eventuell ein Händedruck.
13. Interkulturell unterwegs
"Andere Länder, andere Sitten".
Nun können Sie sagen, dass Sie, als Solo- oder Kleinstunternehmer, eigentlich eher nicht in andere
Länder reisen um Geschäfte abzuschließen. Das mag stimmen; aber Sie müssen nicht unbedingt in ein anderes Land reisen um in Kontakt mit dessen Gepflogenheiten
zu kommen.
Das kann schon geschehen auf einer Messe oder durch einen ihrer Geschäftspartner.
Stellen Sie sich folgende Situation vor.
Einer ihrer langjährigen Geschäftspartner lädt Sie ein zu einem Essen mit potentiellen ausländischen Kunden. Er tut dies, da er
ihre Arbeit schätzt und er erfahren hat, dass es seinen potentiellen Kunden wichtig wäre zu erfahren, wie das Produkt hergestellt wird oder mit welchen Unternehmen ihr potentiell zukünftiger
Geschäftspartner in seinen Projekten zusammenarbeitet.
Um den Geschäftsabschluss ihres Geschäftspartners nicht zu gefährden und auch um das Verhältnis mit ihm nicht zu trüben, sollten Sie sich auf dieses Essen
vorbereiten.
Hier gibt es einiges zu beachten; auch wenn es sich um europäische Länder handelt wo Sie annehmen könnten, es handelt sich um den selben
Kulturkreis - z. B. Österreich.
Es gibt Themen die nicht angesprochen werden dürfen, die Art jemanden anzureden kann sehr wichtig sein, es gibt eine bestimmte Tischkultur, die
Kleidung kann eine bestimmte Aussage treffen und Sie sollten darauf achten, dass auch bestimmte Gesten unangebracht sind.
Auch wenn das Essen in Deutschland stattfindet, mit der Beachtung der Sitten und Bräuche des Landes ihrers Gegenübers zeigen Sie diesem ihre
Wertschätzung und ihren Respekt. Dies kann Türen öffnen.
Die IHK hat einen Business Knigge - International herausgegeben, den Sie sich hier als PDF herunterladen können.
Dieser gibt wertvoll Hinweise. Sollten Sie in ein anderes Land reisen, dann empfehle ich Ihnen sich, im Vorfeld, an jemanden zu wenden, der Sie auf diese Reise
entsprechend vorbereiten kann.
Verinnerlichen Sie die Absicht von Freiherrn Knigge. Es geht um das menschliche Miteinander. Anstand und Respekt dem Gegenüber entgegen bringen. Egal in welcher Situation.
Es öffnet Ihnen Türen, hilft Beziehungen zu erhalten und zu stärken und hat damit letztlich auch Anteil an ihrem Geschäftserfolg.
Auch wen Ihnen das eine oder andere nicht angenehm ist oder ihren persönlichen Prinzipien widerspricht; Sie möchten etwas erreichen mit dem Kontakt zu der anderen Person und dies können Sie nur, wenn Sie demjenigen so entgegentreten wie er es von Ihnen und der Situation erwartet.
Es gab einmal eine amerikanische Serie, in der die Besitzerin eines kleinen Hotels in der Situation war, dass es auf der Zufahrt und dem Eingang zu ihrem Hotel sehr glatt war (die Szene spielte im Winter). Sie hatte ein Unternehmen bereits im September mit der Lieferung von Matten für den Eingangsbereich ihres Hotels beauftragt, doch die Lieferung ist nicht erfolgt.
Im Beisein ihres Vaters (Angestellter in der Chefetag) rief sie den Lieferanten an; Sie war dabei sehr höflich, zeigte Verständnis und verabscheidete sich sehr freundlich. Ihr Vater verstand dies nicht, er sagte: "Du musst ihm drohen mit einer Vertragsstrafe. Etc.". Doch sie erwiderte: "Was hätte ich davon? Durch mein Verhalten bin ich nun auf der Liste für die Ausgangslieferungen ganz nach oben gerutscht. Die Matten habe ich morgen früh, meine Gäste können sicher in ihren Wagen steigen und sie sind zufrieden. Ich werde Kritiken haben die sich auf meinen Service beziehen und nicht auf ein gebrochenes Bein."

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